Ressource · Geschäftskorrespondenz
Empfehlungsschreiben richtig formulieren: Aufbau, Tonalität, Vorlage
Wie Sie ein wirkungsvolles Empfehlungsschreiben verfassen – mit Struktur, konkreten Beispielen und Hinweisen für typische Anlässe.
Empfehlungsschreiben richtig formulieren: Aufbau, Tonalität, Vorlage
Empfehlungsschreiben begegnen Ihnen im B2B-Alltag öfter, als Sie vielleicht denken: Eine ehemalige Mitarbeiterin fragt nach einer Referenz für ihre nächste Stelle. Ein Geschäftspartner bittet um ein Schreiben für seine Vereinstätigkeit. Ein langjähriger Dienstleister braucht eine Referenz für eine Ausschreibung. In all diesen Fällen gilt: Ein gutes Empfehlungsschreiben ist konkret, ehrlich und auf den Anlass zugeschnitten.
Dieser Beitrag erklärt, worauf es ankommt, und liefert eine Vorlage, die Sie für typische Anlässe anpassen können.
Was ein Empfehlungsschreiben leisten muss
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Ein Empfehlungsschreiben hat eine klare Funktion: Es soll dem Leser eine fundierte Einschätzung über eine Person, ein Unternehmen oder eine Dienstleistung geben. Drei Kriterien entscheiden, ob das gelingt:
- Glaubwürdigkeit. Ihre Rolle und Ihre Beziehung zur empfohlenen Person müssen erkennbar sein.
- Konkretheit. Pauschale Lobeshymnen wirken oft so wie keine Empfehlung – oder sogar schlechter.
- Relevanz. Was ist für den Empfänger interessant? Für eine Bewerbung andere Aspekte als für eine Vereinsaufnahme.
Der typische Aufbau in fünf Abschnitten
1. Einleitung mit klarer Rolle
Sie benötigen einen Satz, der erklärt, wer Sie sind und woher Sie die empfohlene Person kennen. Beispiel: „Frau Maier war über vier Jahre als Junior-Beraterin in meinem Team tätig, bevor sie sich entschloss, ihren Schwerpunkt zu wechseln."
2. Konkrete Fähigkeiten und Eigenschaften
Hier sollten Sie nicht Adjektive aneinanderreihen, sondern Beispiele nennen. Statt „sie ist sehr kommunikativ" lieber „sie hat einen Workshop mit 35 Teilnehmenden moderiert und dabei auch kontroverse Fragen souverän eingeordnet".
3. Persönliche Note
Was unterscheidet diese Person von anderen? Hier ist Platz für eine Eigenschaft, die nicht in jedem Lebenslauf steht: Humor, Beharrlichkeit, eine besondere Art, mit Konflikten umzugehen.
4. Konkrete Empfehlung
Sagen Sie klar, wofür Sie die Person empfehlen – und wofür möglicherweise nicht. Differenzierte Aussagen wirken glaubwürdiger als undifferenzierte Begeisterung.
5. Kontaktangebot
Ein Satz wie „Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung" macht die Empfehlung überprüfbar und damit wertvoller.
Vorlage für ein klassisches Empfehlungsschreiben
Die folgende Vorlage zeigt den Aufbau am Beispiel einer beruflichen Empfehlung:
Empfehlungsschreiben für [Name]
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne empfehle ich Ihnen [Name], die ich seit [Zeitraum] aus [Kontext] kenne. In dieser Zeit hat sie [konkretes Beispiel für ihre Arbeit] und dabei [konkrete Fähigkeit] eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Besonders bemerkenswert finde ich [konkrete Eigenschaft mit Beispiel]. So hat sie etwa [zweites Beispiel], was bei den Beteiligten für [positive Wirkung] gesorgt hat.
Ich empfehle [Name] uneingeschränkt für [konkrete Position/Aufgabe]. Für weitere Rückfragen erreichen Sie mich unter [Telefonnummer oder E-Mail].
Mit freundlichen Grüßen
[Name, Position, Unternehmen]
Typische Anlässe und worauf zu achten ist
Berufliche Empfehlungen
Hier zählen vor allem: Belegbare Erfolge, Führungserfahrung, Teamfähigkeit, fachliche Kompetenz. Wer eine ehemalige Mitarbeiterin empfiehlt, sollte ihre Funktion und ihre konkreten Aufgaben klar benennen.
Dienstleister oder Lieferanten
Im B2B-Kontext – etwa als Referenz für eine öffentliche Ausschreibung – sind Projektvolumen, Zeiträume und konkrete Leistungen wichtig. Beispiele: „Über drei Jahre wurde die gesamte IT-Wartung unserer Niederlassungen in NRW von [Anbieter] betreut. Die durchschnittliche Reaktionszeit lag unter zwei Stunden."
Persönliche Empfehlungen
Bei Empfehlungen für ehrenamtliche Funktionen, Wohnungsbewerbungen oder ähnliche Situationen zählen Charaktereigenschaften, Verlässlichkeit und das Verhalten im Alltag. Auch hier gilt: Konkrete Beispiele sind überzeugender als Pauschallob.
Was Sie vermeiden sollten
- Pauschalformeln. „Eine außergewöhnliche Persönlichkeit" sagt nichts aus.
- Unangemessene Privatheit. Persönliche Probleme oder Schicksalsschläge gehören nicht in ein Empfehlungsschreiben.
- Unkonkrete Vorbehalte. Wer „eingeschränkt empfiehlt" und nicht erklärt warum, hilft niemandem.
- Unsicherheit in der Formulierung. Konjunktive wie „wäre vielleicht geeignet" schwächen die Aussage.
Empfehlung als Brief oder per E-Mail?
Für besonders wertige Empfehlungen – etwa für Führungspositionen oder Ehrenfunktionen – empfiehlt sich nach wie vor das gedruckte oder handgeschriebene Schreiben. Es signalisiert Wertschätzung und Sorgfalt. Mit einer Plattform wie Briefheld können Sie auch eine handgeschriebene Variante in Ihrer eigenen Handschrift erzeugen lassen, ohne sie selbst von Hand schreiben zu müssen.
Fazit
Ein Empfehlungsschreiben ist eine Visitenkarte – nicht nur für die empfohlene Person, sondern auch für Sie selbst. Wer präzise, ehrlich und konkret formuliert, zeigt damit auch etwas über seine eigene Urteilsfähigkeit. Nehmen Sie sich daher die halbe Stunde, die ein gutes Empfehlungsschreiben braucht – es lohnt sich.
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